Elektromobilität oder Verbrennungsmotor?

Titelbild der METALL 9/2009

Elektrofahrzeuge sind derzeit in den Medien überaus präsent. Und die Bundesregierung setzt sich mit dem im August 2009 verabschiedeten Entwicklungsplan Elektromobilität äußerst ehrgeizige Ziele: Deutschland soll danach zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Im Jahr 2030 könnten es über 5 Mio. Fahrzeuge sein. Bis 2050 erwartet die Regierung laut dem Entwicklungsplan, dass der Verkehr in den Städten überwiegend ohne fossile Brennstoffe auskommen könne (nachzulesen unter www.elektromobilitaet2008. de).

Dabei erhebt sich die Frage: Wie realistisch sind solche Pläne eigentlich? Und ist der Verbrennungsmotor wirklich schon totzusagen oder gibt es hier noch Potenzial? Zu berücksichtigen ist in jedem Fall, dass der Fahrer eine bezahlbare, praktikable Lösung sucht. Das heißt, er will ein Fahrzeug, dessen Batterien den Fahrzeugpreis nicht in astronomische Höhen treiben und er will fahren können, wann immer er will und dann auch, wie weit er will. METALL war in diesem Sommer im Vorfeld der IAA in Frankfurt im ganzen Land unterwegs, um zu sehen, welche Ansätze es hier gibt. Wir informierten uns über den aktuellen Stand beim Bau von Elektrofahrzeugen (S. 416), Werkstoffe, die Hybridantriebe effektiver machen (Elektroband s. S. 418) und innovative, bleifreie Lagerwerkstoffe, die Reibung in den Lagern deutlich minimieren (s. S. 420). Wir sahen, dass für den „alten“ Verbrennungsmotor sehr moderne Konzepte – von Downsizing bis Start-Stop-Automatik – bereit stehen, die den Kraftstoffverbrauch senken und so den CO2-Ausstoß deutlich minimieren (S. 426). Letztere lassen sich problemlos in die Serie überführen bzw. sind in neuen Fahrzeugen bereits Stand der Technik.

Elektrofahrzeuge sind sicher eine gute Idee, ein Problem sind jedoch die weltweit hohen Batteriekosten. Diese listet auch der Entwicklungsplan Elektromobilität neben der unzureichenden Ladeinfrastruktur als eine der Hauptschwächen auf. Bemängelt wird aber auch die erst am Anfang befindliche branchenübergreifende Kooperation zwischen Automobilindustrie, Stromwirtschaft und Batterieherstellern. Die METALL-Recherchen dieses Sommers führen uns jedoch zu dem Schluss, dass die Kooperation noch viel weiter gehen muss – bis hin zur Metallurgie und zur Zulieferbranche.

NE-Metalle unverzichtbar

Zu begrüssen ist in diesem Zusammenhang eine Initiative des Deutschen Kupferinstituts, die Stromerzeuger, Kupferindustrie sowie Batteriehersteller und Automobilhersteller erstmals an einen Tisch brachte. Dennoch vermochten die Konzepte (noch) nicht zu überzeugen. Der hohe Preis des vorgestellten Fahrzeuges und die geringe Reichweite senken die Akzeptanz beim Kunden.

Um so wichtiger ist es, bewährte Konzepte wie den VerbrenVerbrennungsmotor weiter zu entwickeln oder beide Konzepte in Hybridfahrzeugzeugen effektiv zu verknüpfen. Klar ist: Ohne NE-Metalle wird es bei keiner Entwicklungsrichtung gehen. Ob Motorblock, Kabel, Synchronring, Lager oder Batteriepaket – NE-Metalle spielen innerhalb der Mobilität eine entscheidende Rolle. Ihr effektiver Einsatz hilft, CO2-Emissionen zu minimieren – denn: NE-Metalle sind unverzichtbare Klimaschützer.



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