METALL 7/8 2010: Edelstahlschrott – ein wahrer Schatz

Dieses Heft widmet sich dem Edelstahl, einem Trendwerkstoff. Doch wie das so ist, Trendwerkstoffe sind begehrt und teurer. Edelstahl leidet zudem unter Preisschwankungen des Nickels, das offensichtlich ganz besonders ins Visier von Spekulanten geraten ist. Grund genug, einmal nachzufragen, welche Alternativen es gibt. Im rohstoffarmen Deutschland lenkt dies den Blick auf Schrotte. Diese stellen, wie unerse Reportage ab Seite zeigt, eine wichtige Rohstoffquelle dar. Doch nicht alle Schrotte fallen in einer wirklich chargierbaren Form an, denkt man z.B. an Maschinegestelle, große Stahlgussteile oder auch eingefrorene Schmelzen. Eie diese ein eine „handbarbare“ Form gebracht werden, beobachtete METALL in Dortmund, ebenso die Konfektionierung von Schrotten entsprechend den Wünschen der Stahlwerke.

Belgiens CO2 wird gespart

Ein solches Blending könnte, wie eine Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT belegt, die CO2-Emissionen bei der Herstellung von Edelstahl mittelfristig um bis zu 37 Mio. Tonnen jährlich oder 50 % senken - wenn künftig noch stärker als bisher hochwertiger Edelstahlschrott anstatt von Primärrohstoffen für die Produktion eingesetzt wird. Möglich wäre die Einsparung der CO2-Emission von mehr als 10 Millionen Menschen, also eines Landes wie Belgien. Doch auch andere Metalle, wie z.B. Kupfer, können mit nachhaltigem Recycling glänzen, sogar bei stark komplexen Schrotten, wie z.B. IT-Schrotten. Dies lenkt letztlich wieder den Blick auf die Anwendungen, z.B. im Schienenfahrzeugbau, der verstärkt auf Edelstahl setzt. Hier bewährt sich Edelstahl durch Korrosionsbeständigkeit und hohe Festigkeit, insbesondere beim Regionalverkehr. Dies bedeutet ein großes Wachstumspotential, denn die europäischen Nahverkehrsnetze sollen in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden. Hochnickelhaltige Legierungen braucht aber auch die Grundlagenforschung, wie das Gran Sasso-Projekt in den Abruzzen, das nach kosmischen Neutrinos sucht. Die hier notwendige Tiefgekühung mit Argon überstehen Nickel-Werkstoffe problemlos.

Weltmeisterlicher Stahl

Faszinierende Beispiel liefert auch immer wieder der Baubereich, z.B. mit der filgranen Edelstahlnetzbespannung einer Moschee (S....). Wie universell sein kann, belegt nicht zuletzt die aktuelle Fußball-WM. Bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika wird nicht nur ein sportlicher Titel ausgetragen, auch die Stadien selbst stehen im Wettbewerb. Eine Jury hat diesen jetzt entschieden: Sie krönte das Cape Town Stadium in Kapstadt als exzellenten Botschafter für deutsche Architektur mit dem Preis des Deutschen Stahlbaues 2010. Architekturbüro und Tragwerksplaner ist nach Ansicht der Jury mit diesem Stadion „eine ausgezeichnete Synthese aus Funktionalität, Gestaltung eines skulpturalen Solitärs und eine die Landschaft bereichernde städtebauliche Integration eines modernen Großstadions gelungen“. Ein gutes Vorzeichen für den Ausgang der WM - Nicht nur die Redaktion METALL hofft auf Edelmetall!



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