
Trotz Krise hat Kupfer, das Schwerpunktmetall dieser Ausgabe, viel zu tun: Auf sehr nachhaltige Weise sichert es den Michel, Hamburgs Wahrzeichen (S. 286), modern und auffällig sorgt es für die Belebung eines öffentlichen Platzes in Luckenwalde (S. 291), und bewährt sich als Dachziegel bei der Energiegewinnung (S. ). Optimale Wärmebehandlungsverfahren (S. 280) sorgen für hervorragende Oberflächenqualitäten und beste Verarbeitungseigenschaften.
Seine hohe Leitfähigkeit macht Kupfer zum Werkstoff der Wahl bei der Regionalstreckenverkabelung (S. 288) oder in der Solartechnik (S. 293). Und sogar in der Kunst behauptet sich die Kupferlegierung Bronze – heute (S. 290) wie damals (s. 292). Schon die alten Römer wussten um den Wert des roten Gold und setzten mit der Auswahl eines effizienten Fertigungsverfahrens auf einen ressourcen- und damit den Geldbeutel schonenden Kupfereinsatz. Angesichts dieser Beispiele verwundert es kaum, dass der Kupferpreis wieder in Bewegung gekommen ist: Von seinem Tiefstand bei 2.770 US$/t Ende Dezember 2008 hat sich der Kupferpreis erholt und bereits Anfang wieder weder die 5000er Marke erreicht. Damit ist bereits wieder das Niveau vom September 2008 erreicht. Hintergründe werden derzeit viele genannt, etwa der Aufbau von strategischen Lagerbeständen in Asien, die die massiven Konjunkturstützungsmaßnahmen und eben auch wieder der Einfluss von Spekulanten auf den Rohstoffmärkten. Wie sich alle die Entwicklungen fortsetzen werden ist derzeit nicht abzuschätzen. Prognosen sind widersprüchlich und sprechen einerseits von einem ruhigen Sommer, andererseits aber auch von einer steigenden Nachfrage aus dem Bereich der Klima- und Energietechnik. Offensichtlich aber ist, dass Kupfer nun davon profitieren kann, auf vielen Märkten präsent zu sein – und eben nicht fast ausschließlich im Automobilbereich. Daher erfreut sich das Metall einer relativ stabilen Nachfrage, was auch die zurückgehenden Kupferbestände in den Lagerhäusern der LME belegen.
Begehrt und teuer ist aber auch seit alters hier das goldene Gold, das zusammen mit seinen Geschwistern - den Edelmetallen – gerade in Krisenzeiten in den Mittelpunkt tritt. Doch ganz unabhängig von der Schmuckstücken, Münzen oder anderen Wertanlagen sind Edelmetalle unverzichtbar für das moderne Leben, als Kontaktwerkstoff, Laborgerät oder Katalysator. Angesichts der noch höheren Preise ist auch hier der sparsame Metalleinsatz das Gebot der Stunde – ein Thema, das u.a. im Mittelpunkt der Diskussionsveranstaltung "Edelmetallbeschichtungen für Kontaktsysteme" in Ettlingen stand (S. 317(. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, dass die Branche hier mit einer großen Auswahl von Fertigungsverfahren (wie Walzplattieren, Sputtern, Galvanisierung) interessante Lösungsansätze in der Schublade hat.
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