
Das inzwischen schon siebte HochschulKupferSymposium HKS 2010 findet in der Kooperation mit der Universität des Saarlandes statt. Unser diesjähriger Kooperationspartner an dieser Universität, der Lehrstuhl Funktionswerkstoffe, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, steht in besonderer Weise für das Thema, dass ich mit diesem Editorial der Zeitschrift METALL ansprechen möchte.
In den zurückliegenden Monaten haben die Themen Preise und darüber hinaus auch grundsätzlich die Verfügbarkeit von Rohstoffen verstärkt Eingang gefunden in die gesellschaftliche und politische Diskussion. Aus einer globalen Perspektive betrachtet, ist Europa und in besonderer Weise auch Deutschland eine „Veredelungsfabrik“, in der Rohstoffe mittels Kreativität und modernster Fertigungstechnologie umgewandelt werden in Erzeugnisse z.B. des Automobilbaus, der Medizintechnik oder des Maschinenbaus, die in aller Welt ihre Abnehmer finden. Veredelung wiederum erfordert gerade in Zeiten hoher Rohstoffpreise ein besonderes Maß an Kreativität, um mit immer geringerem Einsatz von Material zunehmend höhere Wertschöpfung zu erreichen. Neben diesem immer punktgenaueren Einsatz von Materialien ist das Recycling, gerne auch als „Urban Mining“ bezeichnet, eine zweite wichtige Rohstoffquelle, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dabei ist zu bedenken, dass Ressourceneffizienz und die damit einhergehende Verwendung von Composite-Materialien auch das Recycling technologisch vor völlig neue Herausforderungen stellt.
Auch wenn die Entkoppelung — weder die zwischen Energieverbrauch und Bruttosozialprodukt, noch die zwischen Materialverbrauch und Bruttosozialprodukt — nie jemals vollständig möglich sein wird, so ist „mehr erreichen mit weniger“ doch Richtschnur für eine immer breitere Palette innovativer Anwendungen. Hier wiederum schließt sich der Bogen zu unserem Kooperationspartner: Je effizienter Materialien eingesetzt werden, je kleiner die „dritte Dimension“, je dünner das Material wird, desto größer wird die Bedeutung der Oberfläche und ihrer Funktionalisierung für den Erfolg des Produktes.
Aus dieser Vision heraus ist eine Kooperation entstanden zwischen dem Lehrstuhl Funktionswerkstoffe, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Universität des Saarlandes und dem Deutschen Kupferinstitut. Gegenstand dieser Kooperation sind die ausgeprägten antimikrobiellen Eigenschaften von Kupfer und seinen Legierungen, die schon jetzt zunehmend Eingang finden in Krankenhäuser und Altersheime, als zusätzliche Waffe im Kampf gegen die immer bedrohlicheren antibiotikaresistenten Krankheitserreger. Ziel dieser Kooperation ist ein besseres Verständnis der auf Kupferlegierungsoberflächen ablaufenden relevanten Vorgänge. Und wenn der Ingenieur sagt „verstehen“, dann steht dahinter auch der Wille zu gestalten.
In diesem Sinne freue ich mich, bekannte und neue Akteure unserer Kupfergemeinde in Saarbrücken begrüßen zu dürfen, freue mich auf unseren gemeinsamen Dialog am 10. und 11. November und wünsche allen Lesern der Zeitschrift METALL viel Freude und neue Erkenntnisse bei der Lektüre der Beiträge rund um das „rote“ Metall in diesem Heft.
Ihr Anton Klassert
Deutsches Kupferinstitut
In der Zeitschrift World of Metallurgy – ERZMETALL erscheinen technisch-wissenschaftliche Originalarbeiten, die sich mit der Aufbereitung und Verhüttung bis hin zur Verarbeitung, vorrangig von NE-Metallen befassen. Weitere Schwerpunkte bilden die Metallanalyse und spezielle Bereiche der Umwelttechnik.
Weitere Informationen zum Magazin World of Metallurgy – ERZMETALL
Die Berichterstattung der World of Mining umfasst die gesamte Breite der bergbaulichen Rohstoffgewinnung. Dazu gehören die Lagerstättengeologie, die Planung bergbaulicher Anlagen, die Gewinnung, Förderung, Veredlung und Nutzung sowie die sowie die Rekultivierung und Altlastensanierung.
Weitere Informationen zu World of Mining – Surface & Underground