
Wer dieser Tage Messen im Metallsektor besucht, reibt sich verwundert die Augen: Das Gedränge ist groß, das Interesse an Metallen scheint größer denn je. Produktionsrekorde werden wieder erreicht. Viele Firmen melden, bereits an der Kapazitätsgrenze zu arbeiten. Metallpreise klettern erneut, teilweise sogar – wie im Fall des Bleis – auf früher nie für möglich gehaltenene Höhen. War alles nur ein böser Spuk? Ist die Krise überwunden – oder ist noch eine gewisse Skepsis angebracht?
Die Antworten auf diese Fragen fallen unterschiedlich aus - je nachdem, wen man fragt. Größtenteils geben sich die Manager der Branche optimistisch, verweisen aber immer wieder auf die Gefahren, die insbesondere durch politische Entscheidungen lauern. So scheint es der Politik verlockend, gerade jenen – energienintensiven – Branchen, die gegenwärtig den Aufschwung tragen, Steine in den Weg zu werfen – in Form neuer Belastungen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit wird dadurch gefährdet. Noch können die hiesigen Produktionsstätten damit punkten, dass sie innovative Spezialitäten und Nischenprodukte fertigen und so am Weltmarkt bestehen können. Doch es wäre naiv, die Augen vor der immensen Aufholjagd Chinas zu verschließen: Die Meldungen in nahezu jeder METALL-Ausgabe belegen es: Modernste Anlagenprojekte werden vor allem in Asien umgesetzt. Und wer innovative Anlagen hat, wird darauf auch nicht nur Massenprodukte fertigen wollen und können.
In China hat man offensichtlich erkannt, wie wichtig NE-Metalle für unser modernes Leben sind. So will China, der größte Produzent Seltener Erden weltweit, diese wichtigen Technologiemetalle ab 2012 im eigenen Land halten. Der Rest der Welt schaut dann am wahrsten Wortsinn in die Röhre, denn seltene Erden braucht man z.B. für Flachbildschirme, aber auch für leistungsfähige Permanent-Magnete.
Es wäre allerdings vermessen, allein China als Problemverursacher zu sehen. Deutsche Unternehmen haben sich in den letzten Jahrzehnten weitgehend aus der Bergwerksproduktion zurückgezogen und auf immer verfügbare Rohstoffe gewettet.
Die zu erwartende Knappheit Seltener Erden und die damit verbundenen hohen Preise für diese unverzichtbaren Rohstoffe werden dazu führen, dass eingestellte und nicht zuende geführte Bergbauprojekte in den USA und Australien jetzt wieder wirtschaftlich werden und eine Lösung für den Engpass darstellen könnten.
Mit Sicherheit werden die Sorgen um die Verfügbarkeit von Technologiemetallen durch einzelne Projekte außerhalb Chinas nicht verfliegen. Ausdruck dafür war u. a. eine Konferenz zum Thema Technologiemetalle in Frankfurt (s. S. 472). Dort wurden genau diese Probleme thematisiert, aber auch Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Dazu gehören enge Bezieheungen zu Produktionsländern, Gedanken zur Substitution kritischer Metalle und ganz wichtig das verbesserte Recycling von Technologiemetallen.
In der Zeitschrift World of Metallurgy – ERZMETALL erscheinen technisch-wissenschaftliche Originalarbeiten, die sich mit der Aufbereitung und Verhüttung bis hin zur Verarbeitung, vorrangig von NE-Metallen befassen. Weitere Schwerpunkte bilden die Metallanalyse und spezielle Bereiche der Umwelttechnik.
Weitere Informationen zum Magazin World of Metallurgy – ERZMETALL
Die Berichterstattung der World of Mining umfasst die gesamte Breite der bergbaulichen Rohstoffgewinnung. Dazu gehören die Lagerstättengeologie, die Planung bergbaulicher Anlagen, die Gewinnung, Förderung, Veredlung und Nutzung sowie die sowie die Rekultivierung und Altlastensanierung.
Weitere Informationen zu World of Mining – Surface & Underground