02. September 2010 | Stahl / Nickel

Meilenstein: Stahlwerk Duisburg-Bruckhausen von ThyssenKrupp Steel Europe hat die 150 millionste Tonne Rohstahl produziert

Ein besonderes Jubiläum feierte die 864 Mann starke Belegschaft des Bruckhausener Oxygenstahlwerks von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg: Am 25. August um genau 11.51 Uhr wurde hier die 150 millionste Tonne Rohstahl erzeugt. Diese Menge würde theoretisch ausreichen, um 15.000 Eiffeltürme davon zu bauen.

"Wir sind stolz darauf, dass Mannschaft und Anlage diesen Rekord zustande gebracht haben", erklärt Heinz Liebig, Leiter des Direktionsbereichs Rohstahl von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg. "Immerhin stammt die Basis unseres Stahlwerks aus dem Jahr 1969 und ist damit stolze 41 Jahre alt. Es wurde jedoch von unseren Vorgängern und uns kontinuierlich auf dem neuesten Stand der Technik gehalten. Das gilt besonders auch für die Umweltstandards." Im Bruckhausener Stahlwerk bilden zwei Konverter mit jeweils 380 Tonnen Chargengewicht die Basis für die Stahlerzeugung. Das Stahlwerk zählt zu den ersten mit Rückgewinnung und Wiederverwertung der Konvertergase sowie einer Aufbereitung der Stäube mit vollständiger Rezirkulation.

"Unser Stahlwerk Bruckhausen ist als eines der wenigen Oxygenstahlwerke in der Lage, neben den üblichen Qualitätsstählen hochsilizierte Elektrobandgüten herzustellen", so Liebig. "Mehr als drei Millionen Tonnen des flüssigen Stahls werden jährlich in der Stranggießanlage zu Brammen von bis zu 2,6 Metern Breite abgegossen, die dann, je nach Kundenauftrag, unmittelbar im Produktionsfluss auf entsprechende Längen- und Breitenabmessungen geteilt werden." Seit elf Jahren versorgt das Stahlwerk zusätzlich die Gießwalzanlage des Unternehmens mit Rohstahl. Im Bruckhausener Oxygenstahlwerk wird das zuvor aus dem Hochofen abgestochene und über Torpedopfannen angelieferte Roheisen über mehrere Prozessstufen hinweg zu Flüssigstahl in der vom Kunden jeweils gewünschten Qualität verarbeitet. Und das funktioniert - vereinfacht dargestellt - so: Roheisen enthält noch unerwünschte Begleitelemente wie Silicium, Schwefel und Phosphor. Der Schwefel wird dem Roheisen in einem vorgeschalteten Prozess entzogen. Im Konverter werden dann durch Aufblasen von Sauerstoff über eine wassergekühlte Lanze die anderen unerwünschten Begleitstoffe entfernt. Diesen Vorgang, bei dem Temperaturen im Brennfleck von 2.500 Grad Celsius entstehen, nennt man "Frischen".

Als Kühlmittel des kochenden Stahls - ein Konverter fasst rund 380 Tonnen - wird zusätzlich Stahlschrott in einer Größenordnung von zehn bis 30 Prozent der Gesamtcharge zugesetzt. Der eigentliche Blasprozess dauert rund 20 Minuten. Beim Abstich in eine Stahlgießpfanne hat der flüssige Rohstahl immer noch eine Temperatur von 1.650 bis 1.750 Grad Celsius. Zusätzlich können beim Abstich schon Legierungsmittel zugegeben werden. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen an die Eigenschaften der erschmolzenen Stähle wird eine Nachbehandlung, die so genannte Sekundärmetallurgie, erforderlich. 60 Prozent des flüssigen Stahls wird auf der Stranggießanlage zu Brammen vergossen. Diese Brammen stellen das Vormaterial für die Kunden von ThyssenKrupp Steel Europe dar und werden in den Walzwerken weiterverarbeitet. 40 Prozent werden flüssig der Gießwalzanlage angeliefert.




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