
Fakt ist, dass die Bahn der Krise 2008 mit einem umfangreichen Kostensenkungsprogramm begegnet ist, bei dem nicht nur 35.000 Waggons von der Schiene geholt wurden, sondern auch kostenoptimierende Maßnahmen, wie z.B. Personalabbau, Kurzarbeit, Verlängerung der Wartungsintervalle, die Konzentration der Ausbesserungswerke auf einige wenige Orte usw. durchgeführt wurden. Als das Programm angelaufen war, gab es für die Bahn einige unangenehme unvorhersehbare Ereignisse. Die Konjunktur sprang schneller als erwartet wieder an, und schwere Unfälle mit Güterwaggons in Österreich und Italien, von denen die Bahn zwar nur indirekt betroffen war, lösten eine deutliche Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen durch das Eisenbahnbundesamt aus. So mussten bspw. die Radsätze an vielen Güterwaggons ausgetauscht werden. Laut Angaben der DB Schenker Rail konnte der unvorhersehbare hohe Bedarf im Markt nicht zeitgerecht beschafft werden. Offensichtlich stehen und standen aber auch nicht genügend bahneigene Reparaturkapazitäten für den Austausch bereit, zumal die eingeführte Kurzarbeit die angespannte Lage weiter verschärfte.
Maßnahmen
Die DB Schenker Rail versucht nun – möglichst in Abstimmung mit den Kunden - die größten Probleme bis Herbst zu beseitigen. Dazu will sie u. a. Schritt für Schritt das bei einigen Werken bereits eingeführte System der Vergabe von Zulaufnummern allgemein durchsetzen. Die Schrottwirtschaft begrüßt dieses System, sofern sie dadurch tatsächlich die zugesagten Waggons zugestellt bekommt. Das Programm zur Laufzeitoptimierung ist ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung, sofern auf die Einhaltung bei allen Stahlwerken konsequent geachtet wird, und zwar unabhängig von der Marktmacht des Kunden. Besonders hervorzuheben ist die Zusage des DB Schenker Rail Vorstandes, die Einzelwagengestellung zu optimieren, aber nicht davon abzuweichen. Der zukunftsweisende kooperative Ansatz von sieben Bahnen im Rahmen von X-Rail findet in der Schrottwirtschaft großen Anklang, zumal der Einzelwagen- oder Wagengruppenverkehr für die Branche von immenser Bedeutung ist. Der zugesicherte und verstärkte Einsatz mobiler Instandhaltungstrupps nährt die Hoffnung, dass sich die Lage tatsächlich spürbar verbessern wird. Die in Betracht gezogene Dezentralisation von Ausbesserungswerken in Regionen, wo Bedarf ist, könnte zusätzlich für Entspannung sorgen. Der Wunsch der Bahn an die Stahl- und Schrottwirtschaft den Frachtraumbedarf langfristiger zu planen, ist verständlich, in einem immer stärker schwankenden Markt allerdings nur sehr eingeschränkt möglich.
Die aktuellen News von Metall-web.de gibt es jetzt auch als RSS-Feed. Selbst wenn Sie einmal nicht auf Metall-web.de online sind, entgeht Ihnen keine Nachricht mehr. Sobald ein neuer Artikel auf Metall-web.de veröffentlicht wird, erscheint er im RSS-Feed. Den RSS-Feed zu abonnieren ist ganz einfach und natürlich kostenlos.
Weitere Informationen zum RSS-Feed
RSS-Feed direkt abonnieren

Metall, die internationale Fachzeitschrift für Metallurgie, konzentriert sich auf die NE-Metalle. Im Mittelpunkt stehen die Basismetalle Kupfer, Zink, Aluminium, Magnesium, Blei,Titan, Nickel und Zinn aber auch Technologie-, Edel- und Sondermetalle sowie Edel- und Spezialstähle.
Das internationale Magazin ALUMINIUM befasst sich mit allen Fragen, die den Werkstoff, seine Gewinnung, Verarbeitung, Recyclebarkeit sowie seine Anwendung betreffen.
Weitere Informationen zum Magazin ALUMINIUM
Informiert als führende Fachzeitung für den gesamten deutschsprachigen Raum über die werkstoffspezifischen Eigenschaften von Aluminium, neueste Verarbeitungstechnologien und innovative Anwendungen in den unterschiedlichsten Branchen und Industriezweigen.