Mitverbrennungsanlagen, darauf wies der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. hin, müssen grundsätzlich den gleichen Stand der Technik erfüllen wie Müllverbrennungsanlagen. Da es sich hier jedoch zumeist um unterschiedliche Anlagentypen handelt, die unterschiedliche Zwecke verfolgen und darüber hinaus auch einen anderen Input erhalten, führe dies zwangsläufig auch zu einer differenzierten Betrachtung der Emissionsgrenzwerte. Dabei müsse beispielsweise berücksichtigt werden, dass Abfälle, die zu Ersatz- oder Sekundärbrennstoffen aufbereitet und genutzt werden, primäre Ressourcen ersetzen. So tragen sie mit ihrem biogenen Anteil bedeutend zur CO2 – Minderung bei. Wenn Abfälle jedoch nicht als Ersatzbrennstoffe zur Energiegewinnung genutzt würden, müssten sie trotzdem in Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden, und zusätzlich würden noch Primärrohstoffe im Produktionsprozess verbrannt. Das wäre nicht nur aus Sicht der Energiegewinnung ineffizient, sondern bedeute auch, dass ein zusätzlicher Verbrennungsvorgang natürlich auch zusätzliche Emissionen verursacht.
bvse-Referent Andreas Habel machte im Düsseldorfer Landtag daher deutlich, dass der bvse zwar alle Bestrebungen unterstütze, die Emissionen der Mitverbrennung zu vermindern. "Es gilt dabei jedoch fach- und sachgerechte Grenzwerte zu ermitteln, die die Beschaffenheit und den Zweck der Anlage berücksichtigen", so Habel. Es dürfe nicht dazu kommen, dass aufgrund falscher Grenzwerte ein Umlenken von Stoffströmen einseitig zugunsten der Müllverbrennungsanlagen erfolge. Damit erweise man dem Umwelt- und Gesundheitsschutzgedanken keinen Gefallen.
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