28. Juni 2010 | Stahl / Nickel, Wirtschaft

WSM: „Hedging für Stahl- und Metallverarbeitung ungeeignet“

Der WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung warnt davor, Stahlpreisschwankungen durch Hedging abfedern zu wollen. Vor dem Hintergrund des Preisanstiegs und der Verkürzung von Vertragslaufzeiten für wichtige Rohstoffe wird derzeit diskutiert, ob die Sorge um volatile Preise im Stahlmarkt durch ein Hedging von Stahl gemildert werden könnte. Der Vormaterialanteil beträgt bis zu 70 Prozent und mehr für die Produkte der Stahl- und Metallverarbeitung.

„Für ein wirksames Hedging fehlen schlicht die Voraussetzungen“, sagt WSMVizepräsident Friedhelm Sträter. „Stahl ist kein homogener Rohstoff wie Eisenerz und weist sehr unterschiedliche Eigenschaften auf.“ Zudem gebe es keinen ausreichend gesicherten Standard für Stahlderivate an den Börsen. „Das bedeutet: Wer nicht aufpasst, vergleicht Äpfel mit Birnen. Damit wird das Risiko größer anstatt kleiner“, resümiert Sträter. Klar sei auch, dass Hedging den Mittelstand mit zusätzlichen Kosten belasten würde, die von den marktmächtigen Kunden der Branche erst noch akzeptiert werden müssten.

WSM fordert dagegen die Stahlindustrie auf, bereits am Anfang der Wertschöpfungskette für stabile Preise zu sorgen. „Eisenerz ist ein homogener Rohstoff. Zudem hat die Stahlbranche bereits Erfahrung mit Preisabsicherungsinstrumenten – etwa in Bezug auf Währungsrisiken.“ Ein Hedging von Eisenerz würde auch zu stabilen Preise für nachgelagerte Wertschöpfungsstufen führen. Zudem sei die Stahlindustrie aufgrund ihrer hohen Konzentration in der Lage, transparente Methoden für das Rohstoff-Hedging zu entwickeln. Deshalb sollte das Hedging für die Absicherung realer Rohstoffgeschäfte auch von einer möglichen Finanzmarktregulierung ausgenommen werden, so der Vize-Präsident des W




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