Nichteisen-Metallindustrie wirkt wertschöpfungsintensiv und systemstabilisierend für das Industrieland Deutschland

Der Präsident der WirschaftsVereinigung Metalle und Vorstandsvorsitzende der Grillo-Werke AG, Ulrich Grillo, sprach sich vor rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 2. Tages der Metallurgie in Goslar für ein starkes Industrieland Deutschland aus. „Wir brauchen die systemstabilisierende deutsche Industrie und wettbewerbsfähige Bedingungen, damit diese weiter als Stützpfeiler von Wohlstand, Wachstum und sozialem Frieden wirken können“, erklärte Grillo.

Bergbau- und Metallurgietradition zeigt das Glockenspiel auf dem Goslarer Marktplatz (Foto: METALL)

In der Finanzkrise habe die Bundesregierung schnell, entschlossen und mutig gehandelt, so Grillo. Das akute Krisenmanagement habe funktioniert. „Ich beobachte allerdings mit Sorge, dass die Politik sich auf ihre Rolle als Krisenreaktionskraft beschränkt und sich zu wenig um den Wiederaufbau der dabei beschädigten Grundpfeiler des Systems kümmert“, sagte Grillo

NE-Branche ist systemrelevant

Grillo bezeichnete die Nichteisen-Metallindustrie als systemrelevante Industrie. Sie gehöre damit zu einer der Branchen, deren Bestandsgefährdung aufgrund ihrer Bedeutung für die Wertschöpfungskette und für die gesamtwirtschaftliche Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit erhebliche negative Folgeeffekte auslöse. Daraus leite sich eine besondere industriepolitische Verantwortung ab. Dass Metalle die Voraussetzung für den Erhalt ganzer Wertschöpfungsketten sind, machte Grillo an der Zulieferrolle der NE-Metallindustrie für die Automobilindustrie deutlich. „Wenn wir in Deutschland kein Öl mehr haben, dann fahren unsere Autos nicht mehr. Wenn wir aber keine Metalle mehr haben, dann produzieren wir hier keine Autos mehr“, erklärte der WVM-Präsident. „Ohne NE-Metallindustrie ist nicht nur die gesamte industrielle Wertschöpfungskette gefährdet mit der Gefahr massiver Arbeitsplatzverluste und geostrategischer Abhängigkeit von Ländern wie China, Russland und anderen. Ohne NE-Metallindustrie verliert der Industriestandort Deutschland einen fundamentalen Teil seiner Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit. Ohne NE-Metallindustrie gibt es keine nachhaltige Entwicklung, keine Ressourcenschonung und keinen Klimaschutz“, so Grillo wörtlich.

Energie- und Klimapolitik mit Augenmaß

Der Redner forderte eine realistische und nachhaltige Politik, die den Zugang zu metallischen Rohstoffen gewährleistet, die Energiekosten und die Kosten für den Klimaschutz für die energieintensiven Industrien im Blick hat. „Wir brauchen eine Energie- und Klimapolitik mit Augenmaß, damit wir die Industrie nicht überfordern. Denn die industrielle Produktion ist der Kern unserer Wirtschaft. Wenn wir gestärkt aus der Krise herauskommen wollen, müssen wir alles tun, um die Innovationskraft und die Wachstumschancen dieses industriellen Kerns zu fördern. Dazu gehört an vorderster Stelle eine ernsthafte Energiepolitik, ohne die auch eine seriöse Klimapolitik nicht denkbar ist“, so Grillo weiter, der darauf setzt, dass das neue Energiekonzept der Bundesregierung Raum für wettbewerbsfähige Energiepreise für die NE-Metallindustrie gibt.

Ohne Metalle keine Dünnschicht-Solarzellen

Er hob die besondere Bedeutung der NE-Metalle für Innovationen und Zukunftstechnologien hervor, die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und zukunftsfähige Arbeitsplätze im Industrieland Deutschland sind. „Ohne Metalle und die für die Be- und Verarbeitung erforderliche industrielle Wertschöpfungskette gibt es weder Dünnschicht-Solarzellen noch Offshore-Windkraftanlagen, weder Solarthermische Kraftwerke noch innovative Elektromotoren, weder Glasfaserkabel noch Satellitennavigation, weder miniaturisierte Lebenszeit-Herzschrittmacher noch orthopädische Implantate.“ Darüber hinaus sind die Nichteisen-Metalle aufgrund ihrer Werkstoffeigenschaften und der Recyclingfähigkeit als Problemlöser unverzichtbar für den Klimaschutz.




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