19. January 2012 | Blei/Zink/Zinn

4. Zinkdruckgusswettbewerb: Preisträger ausgezeichnet

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der EUROGUSS 2012 in Nürnberg wurden am 16. Januar 2012 die Gewinner des diesjährigen Zinkdruckgusswettbewerbs prämiert. Erstmalig erlaubte die Qualität der eingereichten Gussteile keine eindeutige Zuordnung zu den Kategorien „Konstruktion/Gießtechnik“, „Umstellung auf Zinkdruckguss“ und „Oberflächentechnik“. Deshalb wurden jeweils alle Bewertungsaspekte berücksichtigt. Das Ergebnis: Die Expertenjury sprach drei Platzierungen und fünf besondere Anerkennungen aus.

Mit dem ersten Platz wurde die HZD Havelländische Zink-Druckguss GmbH gewürdigt. Das Premnitzer Unternehmen hatte eine Baugruppe aus Bedienhebel und mechanischen Elementen für ein modernes Lifestyle-Haushaltsgerät eingereicht. „Diese Baugruppe gegossener Teile schneidet in allen Bewertungskategorien hervorragend ab und ist ein herausragendes Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten von Zinkdruckguss“, so die Ergebnisbegründung. Hervorgehoben wurde die anspruchsvolle Konstruktion mit einem hohen Schwierigkeitsgrad im Formenbau, die für alle Gussteile erforderlich ist. Bemerkenswert ist zudem, dass bei den beweglichen Bauelementen die mechanischen Eigenschaften von Zinkdruckguss ausschlaggebend waren, während beim Bedienhebel die gefühlte Wertigkeit entscheidend für den Einsatz von Zinkdruckguss gewesen ist.

Den zweiten Platz belegte die Artur Monse GmbH & Co. KG aus Velbert mit einem Signal- und Leistungssteckverbinder, der in der Elektronik industrieller Anwendungen zum Einsatz kommt – unter anderem aufgrund der abschirmenden Eigenschaften von Zink. „Das komplexe Gussteil müsste in anderen Fertigungsverfahren aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt werden. Durch seine besondere konstruktive Ausführung unter Berücksichtigung der gestalterischen Freiheit, die Zinkdruckguss bietet, ist hier eine optimale Lösung erzielt worden, bei der die hohe Wirtschaftlichkeit des Zinkdruckgussprozesses voll ausgeschöpft wird“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Lothar H. Kallien von der Hochschule Aalen die Entscheidung der Jury.

Platz drei belegte eine zentrale Trägereinheit zur Befestigung aller optischen, elektrischen und mechanischen Bauteile für die Speicherfolientechnologie im Bereich Zahnmedizin, mit der sich die Kaspar Lüther GmbH & Co. KG aus Gunzenhausen am Wettbewerb beteiligte. Einstimmig befand die Jury, dass die Trägereinheit eine beispielhafte Konstruktion aufweist und sehr anspruchsvoll in Gestaltung, Formenbau und Gießtechnik ist. Darüber hinaus entfällt durch die Umstellung auf Zinkdruckguss eine nachträgliche Bearbeitung oder Verbindung mithilfe von Schrauben, Nieten oder Ähnlichem.

Eine besondere Anerkennung wurde für ein Präzisionsgehäuse für eine Sanitär-Thermostatarmaturenserie der HDO Druckguss- und Oberflächentechnologie GmbH aus Paderborn ausgesprochen. Die Begründung der Experten: „Das Gussteil ist ein hervorragendes Beispiel für oberflächenveredelten Zinkdruckguss mit Sicht- und Dekorwirkung. Durch ein neues Konstruktionsprinzip wird eine neue Designfreiheit hinsichtlich Baugröße und Kontur ermöglicht. Dabei steht die Länge der Fließwege im Gussteil in entscheidender Relation zur Wanddicke und zu den Übergängen. Ein hoher gießtechnischer Schwierigkeitsgrad in Bezug auf die Teilkonturen und deren Füllung und Entlüftung ist hier gegeben.“

Das Velberter Unternehmen Powercast Ortmann GmbH & Co. KG nahm mit einem Gehäuse für Leistungselektronik am Wettbewerb teil, das zur Vermeidung von Kurzschlüssen grat- und restpartikelfrei sein muss. Die Jury zeigte sich vor allem vom durchdachten Form- und Werkzeugkonzept zur Reduzierung von Nachbearbeitungs- und Reinigungsschritten sowie vom hohen Schwierigkeitsgrad des Gussteils – eine hohe Toleranz- und Passgenauigkeit war erforderlich – beeindruckt.




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