
Dass Schuler Automation mit dieser Neuentwicklung den Nerv der Zeit getroffen hat, lässt sich mit Blick auf die bereits erfolgten Bestellungen kaum bestreiten. Die neue Generation von Platinenschneidanlagen gibt es erst seit Anfang 2010. In diesem kurzen Zeitfenster konnten bereits vier Anlagen an Automobilhersteller und große Zulieferunternehmen in Südafrika und China verkauft werden. Weitere Anfragen liegen vor. Wie lässt sich dieser Erfolg erklären? Robin Reid, bei Schuler Automation für das Gesamtkonzept der neuen Schneidanlagen verantwortlich, zeigt sich nicht überrascht: „Gerade in der jetzigen Marktsituation ist diese Investitionsentscheidung nachvollziehbar. Große Automobilunternehmen fordern von Zulieferunternehmen ein Höchstmaß an Flexibilität. Das betrifft auch die Verarbeitung der Coils zu Platinen in gewohnter Qualität zu marktgerechten Preisen. Genau dafür steht diese Weiterentwicklung, die ganz unterschiedliche Produktionslösungen möglich macht.“
Ausbringung um bis zu 50 Prozent erhöht
Zunächst steht der neue Typ von Platinenschneidanlagen für einen gehörigen Leistungssprung bei der Produktion von Platinen: Eine um bis zu 50 Prozent gesteigerte Ausbringung ist möglich. Erreicht wird dieses große Plus durch perfekt synchronisierte Anlagenkomponenten. Bandzuführanlage und Walzenvorschub Schuler Power Feed zu Beginn sowie Stop2Drop-Stapler am Ende der Linie sind genau an die Bewegungskurve der programmierbaren Servopressen angepasst. „Es geht gewissermaßen von Anfang an gut los“, erklärt Robin Reid. Und weiter: „Für mehr Dynamik und Systemgenauigkeit sorgt der Servo-Dual-Drive des Walzenvorschubs Schuler Power Feed. Mit hoher Systemgenauigkeit und einer optimal ausgelegten Walzenbeschichtung überträgt er hohe Beschleunigungen auf das Material.“
Vorteil Servotechnik beim Schnitt
Im weiteren Produktionsablauf spielen die eingesetzten Monoblock-Servopressen mit Presskräften von 630 oder 800 Tonnen während des eigentlichen Schnittprozesses ihre ganze Stärke aus – die nur bei ihnen mögliche Programmierung der Bewegungskurve des Stößels. Für die Platinenschneidanlage bedeutet das zumeist: Der eigentliche Schnitt vollzieht sich extrem schnell, die Bewegung des Stößels während des Materialtransports ist – wenn nötig – verlangsamt. „Die exakte Steuerung der Servopressen ist gerade für Platinenschneidanlagen ein großer Vorteil. Die Schnittgeschwindigkeit wird zum Beispiel an die Festigkeit des Materials oder die Qualität der eingesetzten Werkzeuge angepasst. Man könnte auch anders sagen: Wir sind mit Blick auf die Ausbringung immer so schnell wie möglich, aber nie zu schnell für die gewünschte Bauteilequalität. Die Servopressen können mit verschiedenen Bewegungskurven wie Exzenterpressen oder wie Link-Motion-Pressen betrieben werden“, erklärt Robin Reid ihre Flexibilität.
Stapler macht verschiedene Verfahren möglich
Am Ende des Produktionsprozesses wartet Schuler Automation dann mit einer weiteren Neuerung auf. Auch hier ist Flexibilität alles, denn der eingesetzte Stop2Drop-Stapler macht verschiedene Abläufe möglich: Kleine Platinen, die mit hohem Systemtempo produziert werden sollen, können im kontinuierlichen Betrieb gestapelt werden. Sie stoßen am Ende der Platinenschneidanlage gegen gedämpfte Anschläge und fallen direkt in ein Stapelnest. Für größere Platinen und Platinen mit empfindlichen Kanten und Oberflächen ist das Verfahren nicht geeignet. Das Anstoßen kann ihre Kanten beschädigen. In diesem Fall wird der Stapler auf das namensgebende Stop2Drop-Verfahren umgeschaltet: Die Platine stößt jetzt nicht mehr gegen den Anschlag, sondern wird durch das Staplersystem zunächst kurz angehalten. Die perfekte Synchronisation des Verfahrens mit der Bewegungskurve der Servopressen macht trotzdem hohe Ausbringungsleistungen möglich. „Neu ist, dass der kontinuierliche Betrieb um das Stop2Drop-Verfahren ergänzt wurde. Unsere Kunden müssen sich daher im Vorfeld nicht mehr für eines der beiden Stapelverfahren entscheiden“, erklärt Robin Reid.
Gute Marktchancen
Wie sind die Chancen für diese neue High-Tech-Lösung im Bereich der Platinenschneidanlagen? „Unsere Kunden signalisieren uns, dass die Technologie als zukunftsweisend wahrgenommen wird. Und wir haben eine Reihe von guten Argumenten auf unserer Seite. Die Anlagen sind flexibel im Einsatz, die Servotechnik sorgt für eine hohe Ausbringungsleistung und gleichzeitig für die benötigte Bauteilqualität“, so Robin Reid. Tatsächlich verdeutlichen erste Aufträge in unterschiedlichen Märkten und Branchen die breiten Einsatzmöglichkeiten der neuen Platinenschneidanlagen. „Eine Vielzahl weiterer Anfragen bestätigen unsere Entwicklungsstrategie“, so Robin Reid abschließend.
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